Wie fühlt es sich an, im Fahrerhaus eines Lkw zu sitzen? Was kann ein Fahrer tatsächlich sehen und wo liegen die Gefahren des toten Winkels? Genau diesen Fragen gingen heute rund 190 Schülerinnen und Schüler aus acht Klassen bei unserem Aktionstag „Toter Winkel“ in Magdeburg auf den Grund. Besucht wurden die Grundschule am Glacis und die Grundschule Moldenstraße. In insgesamt acht Klassen mit jeweils rund 24 Kindern wurde Verkehrssicherheit nicht nur erklärt, sondern praktisch und anschaulich vermittelt.

Ein besonderer Bestandteil des Aktionstages war die Polizei. Die Beamtinnen und Beamten stellten den Kindern ihr Einsatzfahrzeug vor und erklärten, welche Aufgaben die Polizei im Straßenverkehr übernimmt. Die Schülerinnen und Schüler konnten das Fahrzeug aus nächster Nähe kennenlernen und dabei viele Fragen stellen.

Im Mittelpunkt stand natürlich der tote Winkel bei Lkw. Dank der Unterstützung des Vermieters Allround konnte die praktische Demonstration direkt an einem angemieteten Lkw durchgeführt werden. Die Kinder konnten selbst erleben, wie eingeschränkt die Sicht aus dem Fahrerhaus sein kann und warum ein vermeintlich sicherer Fahrrad-Platz neben einem Lkw schnell gefährlich werden kann.

Auch beim Verkehrsschilder-Domino war Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Auf spielerische Weise konnten die Kinder ihr Wissen über Verkehrszeichen testen und dabei feststellen, welche Schilder bereits sicher erkannt werden und bei welchen noch Nachholbedarf besteht. Lernen, Spielen und Verkehrserziehung wurden so miteinander verbunden.

„Uns ist wichtig, dass die Kinder die Gefahren des Straßenverkehrs nicht nur theoretisch kennenlernen. Sie sollen selbst erleben, was ein Lkw-Fahrer sieht und was eben nicht. Gerade beim Thema toter Winkel kann dieser praktische Aha-Moment viel bewirken“, erklärt Tobias Hinze, Geschäftsführer des Landesverbandes des Verkehrsgewerbes Sachsen-Anhalt (LVSA) e.V.

Der Aktionstag setzt dabei auf einfache, aber wichtige Regeln: Blickkontakt mit dem Fahrer suchen, ausreichend Abstand zu großen Fahrzeugen halten und an Kreuzungen besonders aufmerksam sein. Denn gerade für Kinder ist es entscheidend zu wissen, dass sie einen Lkw-Fahrer nicht automatisch sehen können, nur weil sie selbst den Lkw sehen.

Morgen geht es in Stendal weiter

Nach dem heutigen Aktionstag in Magdeburg geht das Projekt morgen in Stendal weiter. Dort werden an zwei Grundschulen insgesamt sieben Klassen mit rund 175 Schülerinnen und Schülern teilnehmen.

Stationen sind die Bilinguale Grundschule „Altmark“ am Bruchweg 3, Ganztagsschule Stendal und die Grundschule Am Stadtsee.

Auch in Stendal stehen das praktische Erleben des toten Winkels, das Kennenlernen der Polizei und spielerische Verkehrserziehung auf dem Programm.

Insgesamt erreicht der Aktionstag damit an beiden Tagen rund 367 Schülerinnen und Schüler. Sie erhalten zusätzlich Materialien zur Nachbereitung, damit das Erlebte auch nach dem Aktionstag im Unterricht und zu Hause weiter aufgegriffen werden kann.