Der französische Zoll hat sich in Zusammenarbeit mit den Betreibern der französischen Fährhäfen und des Eurotunnel auf die Handhabung eines harten Brexit vorbereitet.


Nach Angaben der französischen Zollbehörden werden bis zu 80% des Verkehrsaufkommens zwischen der EU27 und dem künftig nicht mehr zum Zollgebiet der Union gehörigen Großbritannien über die französischen Fähr- und Tunnelterminals abgewickelt. Vor diesem Hintergrund haben der französische Zoll und Betreibergesellschaften der Terminals vorbereitende Maßnahmen getroffen, um die Verkehre nach dem Brexit auch weiterhin möglichst verzögerungsfrei abwickeln zu können.


Wie auch in den Niederlanden beruht auch das französische Konzept auf der Notwendigkeit, die künftig nötigen Zollformalitäten bereits vor Erreichen der Grenze zu erledigen. Während das niederländische System das elektronische Hinterlegen der entsprechenden Zollanmeldungen in der Hafen-Datenbank Portbase verlangt, setzt das französische System darauf, vor oder direkt bei Erreichen des Terminals die Barcodes und MRN-Nummern (MRN = Master Reference Number) der Zollanmeldungen per Scan zu erfassen und dem Kennzeichen des zugehörigen Fahrzeugs zuzuordnen. Die so erfassten Daten werden den Zollbehörden elektronisch zugeleitet. Auf der Basis automatischer Kennzeichenerkennungssysteme wird es damit möglich, die Fahrzeuge automatisch entweder den „green lanes“ (Durchfahrt ohne Zollkontrolle für Fahrzeuge, für deren Ladung alle nötigen Zollanmeldungen vorliegt und die auch nicht im Rahmen der Risikokontrolle auffällig geworden sind) oder den „orange lanes“ (für Fahrzeuge, die weiteren Kontrollen unterworfen oder gar völlig abgewiesen werden) zuzuordnen.

Quelle: BGL