„Leider sind Radfahrer und Fußgänger an Kreuzungen in Sachsen-Anhalt besonders gefährdet. Im Jahr 2017 wurden 217 Personen beim Rechts-Abbiegen verletzt, wobei dabei meist die Unfallursache der tote Winkel war. Aufgrund dessen wäre jeder dieser Unfälle vermeidbar gewesen“ sagt Herr Peter Ziechner (Geschäftsführer des Landesverbandes des Verkehrsgewerbes Sachsen-Anhalt (LVSA) e.V.)

Denn trotz Schulterblick und Beobachtung der Seitenspiegel werden an Kreuzungen und Ampeln immer wieder Zweiradfahrer oder Fußgänger von Pkw-, Bus- oder Lkw-Fahrern übersehen. Grund ist der tote Winkel, der sich durch die Ausrichtung der Spiegel ergibt. Dabei ist die Faustregel: Je größer das Fahrzeug ist, desto größer ist der tote Winkel.

Während moderne Pkw bereits mit Tote-Winkel-Assistenten ausgestattet sind, die mithilfe von Infrarot oder Ultraschall Personen und Fahrzeuge erkennen und den Fahrer warnen, gibt es diese Hilfsmittel bei Bus und Lkw noch nicht flächendeckend. Zwar verkleinern die heutigen Spiegelkonstruktionen den toten Winkel, verhindern ihn aber nicht. „Gerade beim Abbiegen müssen die Fahrer des Kraftfahrzeuges vieles gleichzeitig im Auge behalten. Daher ist es wichtig, dass auch die Radfahrer und Fußgänger darauf achten, sich nicht in Gefahr zu bringen und den Blickkontakt zu den Fahrern des PKWs, der Busse und auch der LKWs herzustellen.“ gab Peter Ziechner zu Bedenken.

Bei der diesjährigen IAA in Hannover wurden die ersten LKWs vorgestellt, die durch Kamerasysteme die bisherige Spiegelvariante ersetzen und somit den toten Winkel beseitigen.

Der Landesverband des Verkehrsgewerbes Sachsen-Anhalt (LVSA) e.V., die Autobahnpolizei Börde, die Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt e.V. und der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt haben heute an der Grundschule „Am Westring“, Grundschule „Am Glacis“ und der Sekundarschule „Ernst Wille“ über 200 Schülerinnen und Schüler der 2., 5. und 6. Klasse zum Thema „toter Winkel“ beschult. Der Aktionstag sollte deutlich machen, welche Gefahren für Kinder im Straßenverkehr und dem toten Winkel, insbesondere bei Lastkraftwagen, ausgehen.

Wir gestalten für die Schulen diesen Aktionstag, an dem wir auf dem Schulhof mit Hilfe eines großen LKW die Gefahrensituation im Straßenverkehr für die Schüler nachstellen. Jeder Schüler nimmt auf dem Sitz des LKW-Fahrers Platz und lernt dessen Perspektive aus dem Führerhaus kennen. Denn kein Kind ist aus der Sicht des Fahrers – trotz Spiegeln – zu sehen, obwohl sich in dem Moment eine gesamte Schulklasse im toten Winkel des LKW befindet.

Die Kinder sollen so lernen wie man Unfälle vermeidet. Folgende Verhaltensregeln können helfen:

  • immer den Blickkontakt zum Fahrer suchen,
  • größeren seitlichen Abstand zu Fahrzeugen halten,
  • vorsichtshalber umdrehen, bevor man eine Kreuzung oder Seitenstraße überquert, um sich zu vergewissern, ob nicht ein Rechtsabbieger von hinten kommt.
  • kurzum: raus aus dem ‚Toten Winkel‘.